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Kalenderblatt November 2014

Im Kalenderblatt erinnern wir an Personen und Ereignisse, die (nicht nur) für unsere Partei von Bedeutung waren

29. November 1939 - vor 75 Jahren:

Philipp Scheidemann stirbt in Kopenhagen

Im November-Kalenderblatt erinnern wir an Philipp Scheidemann, der als einer der führenden Repräsentanten der SPD und der Reichstagsfraktion während der Novemberrevolution in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg am 9. November 1918 die Deutsche Republik proklamierte und damit Friedrich Ebert, den späteren ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, der die künftige Staats- und Regierungsform der Entscheidung einer Nationalversammlung überlassen wollte, vor vollendete Tatsachen und damit die Weichen für eine Einführung der parlamentarischen Demokratie im Deutschen Reich stellte.

Scheidemann gehörte nach dem Tode August Bebels (1913) neben Friedrich Ebert und Hugo Haase zur Führungsspitze der Sozialdemokratischen Partei und der SPD-Reichstagsfraktion, der er seit 1903 angehörte. Zusammen mit Haase wurde er 1913 zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Ein Jahr vorher, 1912, wurde er als erster Sozialdemokrat Vizepräsident des Reichstags.

Anders als die rechten Kräfte in Deutschland plädierte Philipp Scheidemann während des Ersten Weltkriegs für einen sog. „Verständigungsfrieden“ mit den Kriegsgegnern und für einen Verzicht auf Annexionen fremder Territorien. Diese Forderungen, der sich nach und nach die Mehrheit der SPD-Reichstagsfraktion anschloss, machten ihn zu einem der meistgehassten Sozialdemokraten bei den Rechten.

Die Abspaltung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) von der SPD im Zuge der Auseinandersetzungen um die Bewilligung von Kriegskrediten konnte auch Philipp Scheidemann nicht verhindern. Die wachsende Radikalisierung der Linken in USPD und Spartakusbund veranlasste Scheidemann, sich scharf von den Kommunisten abzugrenzen und gegen eine sozialistische Revolution in Deutschland zu kämpfen. Somit wurde er – wie fast alle führenden Mehrheits-Sozialdemokraten – nun auch für die extreme Linke zum „Verräter“.

Philipp Scheidemann, Friedrich Ebert und Otto Landsberg wurden als MSPD-Vertreter in den Rat der Volksbeauftragten gewählt, in dem ihnen zunächst ebenfalls drei Vertreter der USPD (der frühere SPD-Vorsitzende Hugo Haase, Wilhelm Dittmann und Emil Barth) gegenübersaßen. In der am 19. Januar 1919 gewählten Nationalversammlung trat Scheidemann gegen Ebert als Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten an, unterlag aber deutlich. Scheidemann hätte Ebert lieber als Reichskanzler und damit als Regierungschef gesehen denn als Repräsentanten der Weimarer Republik. Stattdessen wurde nun Scheidemann von Ebert mit der Bildung einer Reichsregierung beauftragt. Scheidemann trug dabei den Titel „Reichsministerpräsident“, der später durch die Bezeichnung „Reichskanzler“ ersetzt wurde. Er bildete eine Regierung aus MSPD, DDP und der Zentrumspartei, da weder die MSPD allein noch zusammen mit der USPD eine eigene Mehrheit in der Nationalversammlung besaß.

Philipp Scheidemann wurde damit eines der schwierigsten und undankbarsten Ämter übertragen, die jemals in Deutschland zu übernehmen waren: Zum Ende des Ersten Weltkriegs musste seine Regierung die Gefahr von Hungersnöten bekämpfen, an vielen Stellen aufflammende Streikbewegungen bekämpfen, die nach dem Waffenstillstand ins Land zurückkehrenden Soldaten aufnehmen und möglichst für die neue Regierung gewinnen, die revolutionären Tendenzen auf der extremen Linken ersticken und gleichzeitig die Friedensverhandlungen mit den Alliierten führen. Den Friedensvertrag von Versailles wollte Scheidemann jedoch keinesfalls unterschreiben und trat daher am 20. Juni 1919 als Reichsministerpräsident zurück.

Die weiteren Daten seines Lebens sind schnell erzählt: Scheidemann blieb bis 1933 Reichstagsabgeordneter und bekleidete nach seinem Rücktritt als Reichsministerpräsident bis 1925 das Amt des Oberbürgermeisters in seiner Heimatstadt Kassel. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben und starb 1939 in Kopenhagen.

Philipp Scheidemann spielte – neben Friedrich Ebert – eine herausragende Rolle bei der erstmaligen Übernahme der Regierungsverantwortung durch die Sozialdemokraten in Deutschland und wird daher stets einen wichtigen Platz in der Geschichte unserer Partei einnehmen.

 

Okke Wismann (Kontakt)



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