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Kalenderblatt März 2010

Im Kalenderblatt erinnern wir monatlich an Personen und Ereignisse, die (nicht nur) für unsere Partei von Bedeutung waren

11. - 17. März 1920 - vor 95 Jahren:

Der Kapp-Putsch

In unserem März-Kalenderblatt knüpfen wir an das letzte Kalenderblatt über Friedrich Ebert an und erinnern an den Kapp-Putsch (auch Kapp-Lüttwitz-Putsch), der im März 1920 den Versuch der politischen Rechten darstellte, die gewählte Reichsregierung aus SPD, DDP und Zentrum zu stürzen und den Reichspräsidenten Ebert aus dem Amt zu drängen.

Im Friedensvertrag von Versailles ordneten die Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg die Reduzierung der deutschen Streitkräfte auf eine Berufsarmee von 100.000 Soldaten an. In Deutschland gab es neben den regulären Truppen der Reichswehr allerdings noch hunderttausende Soldaten in den sog. Freikorps, die als Freiwilligenverbände im Auftrag der Reichsregierung und geduldet von den Alliierten an den deutschen Grenzen zum neu gegründeten polnischen Staat und im Baltikum gegen sowjetische Einheiten kämpften. Diese Freikorps setzten sich in der Hauptsache aus ehemaligen Frontsoldaten zusammen, die nach dem Waffenstillstand 1918 keine beruflichen Perspektiven besaßen und in der großen Mehrheit politisch extrem rechts positioniert waren. Im Inland griff die Reichsregierung zur Niederschlagung revolutionärer Initiativen von USPD bzw. Spartakusbund auch auf Freikorps zurück.

Als der Truppenabbau angeordnet wurde, verbündeten sich die Führer der Freikorps - unter ihnen der berüchtigte Kommandeur der Marinebrigade Ehrhardt, die Ende Februar per Erlass des Reichswehrministers Gustav Noske (SPD) aufgelöst werden sollte - mit dem Oberbefehlshaber der Reichswehr in Berlin, General Walther von Lüttwitz, und dem Generallandschaftsdirektor (Regierungspräsident) von Ostpreußen, Wolfgang Kapp. Lüttwitz forderte von Ebert die Rücknahme der Truppenreduzierung und die Auflösung der Nationalversammlung. Ebert und Noske lehnten alle Forderungen ab, Lüttwitz wurde am 11. März 1920 entlassen. Daraufhin rückten Freikorpsverbände in der Nacht vom 12. auf den 13. März 1920 in Berlin ein und besetzten das Regierungsviertel. Kapp wurde von den Putschisten zum Reichskanzler ausgerufen, die Reichsregierung und Reichspräsident Ebert flohen aus Berlin nach Dresden, einen Tag später weiter nach Stuttgart, wo sich die dort stationierten Reichswehrverbände gegen den Putsch aussprachen und der Regierung Schutz gewährten.

Freikorps-Truppen in Berlin

Am 13. März riefen der SPD-Parteivorstand (Vorsitzender  der SPD war damals Otto Wels) und die sozialdemokratischen Reichsminister gemeinsam mit den Gewerkschaften den landesweiten Generalstreik aus. Nach einer Phase des Abwartens schlossen sich auch die Kommunisten am 14. März diesem Aufruf an.

Die Reichswehrführung weigerte sich, reguläre Truppen gegen die Putschisten einzusetzen. So trugen die Arbeiter, Angestellten und die Beamten mit ihrem gemeinsamen Generalstreik die Hauptlast an der Abwehr des Putsches. Das öffentliche Leben war zum Stillstand gekommen, die Putschisten mussten am 17. März 1920 schließlich aufgeben, Kapp floh nach Schweden, Lüttwitz nach Ungarn.

USPD und Kommunisten riefen im Anschluss an den erfolgreichen Generalstreik in verschiedenen Regionen Mitteldeutschlands und im Ruhrgebiet zum bewaffneten Aufstand auf, bei der blutigen Niederschlagung dieser Erhebungen traten nun wiederum Reichswehr- und Freikorpsverbände unrühmlich in Erscheinung. Nur knapp entging Deutschland einem Bürgerkrieg.

Die junge deutsche Republik hatte zwar zunächst eine große Gefahr überstanden, Friedrich Ebert blieb Reichspräsident und die SPD mit DDP und Zentrum an der Regierung. Die demokratischen und republikanischen Parteien waren jedoch gewarnt: bei Angriffen von rechts war von der Reichswehr keinerlei Beistand zu erwarten. Die Freikorpsverbände, die im März 1920 als Zeichen ihrer "völkischen Gesinnung" übrigens bereits Hakenkreuze an den Stahlhelmen trugen, bildeten später im Verein mit den rechtskonservativen Kräften den Nährboden für die in dieser Zeit entstehenden nationalsozialistische "Bewegung".

Okke Wismann (Kontakt)

Weiterführende Weblinks:

Kurzdarstellung des Kapp-Putsches im Deutschen Historischen Museum



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