Wahlprogramm 2013 – 2018

Sozial. Gerecht. Vor Ort

Die SPD feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. In all den Jahren setzte sich unsere Partei für soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden ein. Dies war und ist auch unser Bestreben für die Zukunft in Wilster.

Den Wilsteraner Bürgerinnen und Bürgern soll es in unserer schönen Stadt gut gehen. Wir haben die Vision einer Stadt, in der alle, die hier leben, versorgt sind, vernetzte Verkehrsanbindungen vorfinden, Zugang zu allen Bildungseinrichtungen haben, die ärztliche Versorgung in allen Bereichen gewährleistet ist, Miete und Nebenkosten für alle bezahlbar sind, die Energieversorgung aus umweltfreundlichen und regenerativen Energiequellen gesichert wird. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich in unserer Stadt heimisch und verankert fühlen.

Hierfür werden wir kämpfen und uns einsetzen!

Für die nächsten fünf Jahre haben wir uns unter intensiver Beteiligung auch vieler Bürgerinnen und Bürger außerhalb unserer Partei fünf thematische Schwerpunkte unserer Arbeit gegeben. Diese möchten wir Ihnen gern vorstellen, verbunden mit der Bitte, unsere Kandidatinnen und Kandidaten am 26. Mai 2013 zu wählen.

 

1. Leben in unserer Stadt Wilster

Unsere Stadt Wilster hat viel zu bieten, ist liebenswert und schön: Die historischen Gebäude, die zahlreichen Geschäfte und die Innenstadt mit ihrem abwechslungsreichen gastronomischen Angebot laden zu einem Besuch und zu einem Bummel ein.

Das vielfältige Sportangebot, die hervorragende Lage in der Wilstermarsch direkt an der Au in der Nähe von Elbe, Stör und Nord-Ostsee-Kanal, das gut aufgestellte Bildungsnetz mit Kindertagesstätte und Schulen, die Einkaufsmöglichkeiten, die vernetzten Verkehrsanbindungen mit Bus, Bahn und die Nähe zur A23 und damit die Nähe zur Metropole Hamburg gilt es stärker in den Vordergrund zu rücken, um die Stadt Wilster für Besucherinnen und Besucher, für neue Einwohnerinnen und Einwohner und besonders für Familien interessant zu machen.

Angesichts der demografischen Entwicklung – die Zahl der älteren Menschen wird zunehmen, die der jüngeren abnehmen – stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Es ist daher eine der wichtigsten Aufgaben, junge Menschen und Familien in unserer Stadt zu halten und zu gewinnen.

Wir, die Frauen und Männer der SPD in Wilster, wollen diese Herausforderungen aktiv annehmen, indem wir die Attraktivität der Stadt für Jüngere und Ältere weiter verbessern. Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, damit möglichst viele Menschen unsere Stadt zu ihrem Lebensmittelpunkt wählen. Nur so können wir die gewachsene Infrastruktur, beispielsweise Schulen und Kindertagesstätte, aber auch das Angebot an ärztlicher Versorgung und die Einkaufsmöglichkeiten in unserer Stadt halten und weiterentwickeln.

Die Stadt Wilster hat seit 1999 eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Nowy Staw, um einen Beitrag zur Verständigung der Völker zu leisten. Diese Partnerschaft mit dem früheren Neuteich muss gepflegt werden.

 

2. Attraktives Leben und Wohnen

Wilster ist eine liebens- und lebenswerte Kleinstadt mit viel persönlichem Flair und einiger historischer Bausubstanz, die unbedingt erhalten werden muss.

In unserer Stadt gibt es attraktives Bauland und die Möglichkeit, mitten in der Stadt Wohnraum und Gebäude aus dem Bestand zu nutzen. Darüber hinaus wollen wir, dass besonders für sozial benachteiligte Mitbürgerinnen und Mitbürger ausreichend finanzierbarer Wohnraum vorhanden ist oder geschaffen wird.

Wir werden uns vehement dafür einsetzen, dass Schwerlastverkehr, der kein Ziel in der Stadt hat, vollständig aus Wilster verschwindet, weil die Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie die Gebäude darunter leiden.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass unsere öffentlichen Grünanlagen und Wasserläufe intensiver gepflegt und erhalten werden.

Wilster hat eine gute Infrastruktur:

  • In unserer Stadt gibt es eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten und Handwerksbetrieben.
  • Mit der Wolfgang-Ratke-Schule gibt es eine verlässliche Grundschule. Wir freuen uns, dass die AWO an dieser Schule die Betreuung von Kindern vor und nach dem Unterricht ermöglicht.
  • Unsere Gemeinschaftsschule arbeitet eng mit einem Gymnasium in Itzehoe zusammen, um einen leichteren Übergang zur gymnasialen Oberstufe zu ermöglichen.
  • Es gibt die Kindertagesstätte Schwalbennest, ein Jugend- und auch ein Seniorenzentrum sowie eine städtische Bücherei.
  • Wir haben in unserer Stadt ein Hallenbad, eine moderne Sporthalle und viele Vereine mit einem großen Sport- und Freizeitangebot.
  • Im Stadtpark, im Bürgermeister-Garten und in der Kleingarten-Anlage kann man die Natur genießen und unsere Gastronomie-Betriebe laden zum Verweilen ein.
  • Die Sozialdemokraten haben sich dafür eingesetzt, dass für die Stromversorgung des Jahrmarktes ein neuer Trafo angeschafft worden ist. Wir wollten damit die Zukunft des Wilster Jahrmarkts sichern. Wir werden alles unternehmen, um den Jahrmarkt attraktiv zu erhalten.

Wir Wilsteraner Sozialdemokraten werden uns verstärkt dafür einsetzen Neubürger zu werben, die aus anderen Städten wie auch aus dem Hamburger Randgebiet abwandern und bezahlbaren Wohnraum suchen.

Wir können werben mit: „Bei uns leben Sie am Wasser.“ Die unmittelbare Nähe zur Wilster Au, zur Stör und kurze Wege zu Elbe und Nordsee bieten viele Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Dieser Schatz muss verstärkt öffentlichkeitswirksam herausgestellt werden.

Um junge Familien zu gewinnen und in der Stadt zu halten, brauchen wir eine gute und zuverlässige Kinderbetreuung, von der Krippe über die verlässliche Grundschule mit einer Hortgruppe vor dem Unterricht bis in den Nachmittag hinein. Bis zur offenen Ganztagsschule soll es den Eltern und Alleinerziehenden möglich sein, ohne Probleme einer Beschäftigung nachgehen zu können. Dazu gehört auch eine zuverlässige Ferienbetreuung. Wir wollen attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche auch außerhalb der Vereine weiter fördern und ausbauen.

Wilster hat ein vielfältiges Geschäftsangebot. Wir setzen uns dafür ein, dass es unserem heimischen Gewerbe gut geht, sind aber auch offen für Gewerbebetriebe, die sich bei uns neu ansiedeln möchten.

Wir wünschen uns, dass die Wilsteraner ihr Geld auch in der eigenen Stadt ausgeben und so dazu beitragen, die Zukunft des heimischen Gewerbes zu sichern. Leerstände in der Innenstadt sind so schnell wie möglich zu beseitigen. Wir wissen, dass es dazu vor allem privater Initiative bedarf, unterstützend wollen wir uns hier engagieren.

Zu einem attraktiven Wohnort gehört auch eine vernünftige Verkehrsanbindung im öffentlichen Personennahverkehr. Wir setzen uns für eine den Bedürfnissen entsprechende Taktung der Bus- und Bahnfahrpläne ein, insbesondere für schnelle und attraktive Verbindungen nach Itzehoe und Hamburg. Eine Wiederinbetriebnahme der Personenbeförderung auf der Strecke Brunsbüttel – Itzehoe findet unsere Zustimmung, wie auch die Elektrifizierung dieser Streckenabschnitte.

 

3. Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit war und ist für Sozialdemokraten immer ein zentrales Thema.

Einige Bürgerinnen und Bürger müssen auch in Wilster unterhalb des Existenzminimums leben. Durch individuelles Engagement und die Schaffung persönlicher Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort soll diesem Missstand begegnet werden.

Darüber hinaus erwarten wir, dass in Wilster niemand unterhalb von vereinbarten oder vergleichbaren Mindestlöhnen bezahlt wird.

Wir Sozialdemokraten werden uns dafür einsetzen, dass Aufträge der Stadt Wilster nur an solche Firmen vergeben werden, die den Tariflohn zahlen.

Wir laden ausdrücklich auch Personen mit Unterstützungsbedarf und mit geringen Einkünften dazu ein, sich in die Arbeit der städtischen Gremien einzubringen und uns über ihre Situation zu berichten, damit für die Verbesserung der individuellen Lebenssituationen gearbeitet werden kann.

 

4. Wilster – Die Energie- und Umweltstadt

Viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Wilster haben sich schon vor mehr als 35 Jahren, vor dem Baubeginn des Atomkraftwerks Brokdorf, gegen diese gefährliche Technologie ausgesprochen. Viele haben demonstriert und protestiert. Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima belegen auf traurige Weise, dass die SPD in diesen Punkten immer die richtige Position vertreten hat.

Vorausschauend haben wir schon vor 20 Jahren dafür gesorgt, dass in Wilster mit dem Blockheizkraftwerk am Hallenbad auch neue Wege der dezentralen Energieerzeugung gegangen wurden.

Hier wollen wir unsere Arbeit fortsetzen: Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise müssen wir Energie effizienter einsetzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Stadtwerken und dem örtlichen Handwerk alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung und umweltverträglicher Energiegewinnung ausschöpfen. Wir wollen für unsere Stadt ein Energiekonzept!

Ein Beratungskonzept zur Energieeffizienz soll zukünftig dazu beitragen beispielsweise die Mietnebenkosten zu senken. Hier laden wir die örtlichen Handwerksunternehmen, die Stadtwerke und die Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit ein, um gemeinsam die Möglichkeiten zur umweltverträglichen Energie- und Kosteneinsparung auszuschöpfen.

Die Stadtwerke Wilster sind ein wichtiger Baustein der Daseinsfürsorge und für Kunden und Lieferanten ein verlässlicher Partner. Die Rechtsform als Eigenbetrieb gewährleistet durch den Werkausschuss und die Ratsversammlung eine große Transparenz der Entscheidungen. Das soll auch in der Zukunft beibehalten werden.

Die Ausweitung der Angebotspalette ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Stadtwerke Wilster. Wir begrüßen daher ausdrücklich den modellhaften Kooperationsvertrag mit der Kirchengemeinde Wilster, bei der unsere Stadtwerke eine neue Gasheizungsanlage in der Bartholomäus-Kirche installiert haben. Derartige Angebote sollen weiter ausgebaut werden.

Wir unterstützen die Stadtwerke beim Ausbau von erneuerbarer und umweltfreundlicher Energiegewinnung. Dazu gehören innerhalb des Stadtgebietes derzeit Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke.

Wir wollen dem Umweltschutz in unserer Stadt wieder mehr Gewicht geben, dazu ist ein eigenständiger Umweltschutzausschuss ins Leben zu rufen, um z.B. den Grünordnungsplan zu reaktivieren und mehr Augenmerk auf Erhaltung und Pflege der Grünflächen und des Baumbestandes zu legen. Dazu wollen wir enger als bisher mit Naturschutzverbänden zusammenarbeiten. Alle Bauplanungen sollen unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit betrachtet werden. Dieser Ausschuss soll sich auch mit Energiefragen befassen.

Das Angebot der Grünkompostierung auf dem Gelände des alten Bahnhofs soll beibehalten werden.

 

5. Tourismus

Wir wünschen uns, dass mehr Menschen unsere attraktive Stadt Wilster besuchen, hier verweilen und gerne wiederkommen. Wilster und die Wilstermarsch verfügen über eine große Zahl von Sehenswürdigkeiten und Erholungsstätten. Wir müssen diese aber pflegen und wirkungsvoller anpreisen, die touristische Attraktivität muss stärker herausgestellt werden. Wir wollen das Marketing unserer Stadt weiterentwickeln, beispielsweise die Beschilderungen verbessern und die Ausweitung des Städtetourismus fördern. Dazu wollen wir die Stadtführungen ausweiten und attraktiver gestalten. Unsere historischen Schätze müssen besser herausgestellt und vermarktet werden.

Unser Tourismusbüro sollte unbedingt in die Stadtmitte verlegt werden, um besser wahrgenommen zu werden. Am jetzigen Standort wird es kaum gefunden.

Eingebettet zwischen Elbe, Nord-Ostsee-Kanal und Stör liegt das Land unterm Meeresspiegel, die Wilstermarsch. In deren Mitte befindet sich das Unterzentrum Wilster. Sehenswürdigkeiten wie die Mühle „Aurora“, die Schöpfmühle in Honigfleth, die Schleuse in Kasenort und natürlich die Tiefste Landstelle Deutschlands sind sehr attraktiv, sie müssen aber noch besser präsentiert werden.

Wilster bildet das Zentrum der Wilstermarsch und verfügt mit der weithin sichtbaren St. Bartholomäus-Kirche und mit dem gerade restaurierten Alten Rathaus von 1585 über berühmte historische Bauten in Schleswig-Holstein. Mit dem Neuen Rathaus besitzt Wilster ein Juwel vornehmer bürgerlicher Bau- und Einrichtungskunst. Beide Häuser gelten als Wahrzeichen, um die uns andere Gemeinden beneiden.

Die Wilster Au, herrlich zu erkunden mit dem Kanu oder dem Ausflugsschiff „Aukieker“, kann dazu genutzt werden, ein neues Vermarktungskonzept unter der Überschrift „Leben am Wasser“ aufzubauen und umzusetzen.

Wir wollen gemeinsam mit unseren Gastronomen das Angebot für die Besucherinnen und Besucher unserer Stadt verbessern. Dazu ist es auch notwendig, die Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Gaststätten deutlicher zu machen.

Viele Wohnmobilfreunde besuchen unsere Stadt. Diese Gäste sind für uns gern gesehene Boten, die unsere kleine Stadt überall bekannt machen. Es ist aber notwendig, ihnen verbesserte Angebote zu unterbreiten, seien es durch gut sichtbare Hinweisschilder oder stärkere Werbung auch im Internet.

 

Liebe Bürgerin, lieber Bürger der Stadt Wilster,
mit diesem Programm sollen Sie einen Eindruck davon bekommen, was wir wollen. Wir sind uns sicher, dass das auch viele Wilsteraner Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Jahren von der Politik vor Ort erwarten. Tragen Sie mit Ihrer Wahlentscheidung für die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD-Wilster dazu bei, dass wir den Wünschen und Zielen näher kommen und dass unsere Stadt weiter an Attraktivität gewinnt. Bringen Sie sich – auch außerhalb von Wahlkampfzeiten – in die Gestaltung und Weiterentwicklung unserer kleinen Stadt ein, denn durch Ihre Beteiligung können alle, die hier leben, nur gewinnen.

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