Nicht länger im Trüben fischen!

Veröffentlicht am 05.11.2013, 14:11 Uhr     Druckversion

Fischerei-Ausschuss des Europaparlaments verpasst Chance auf Verbot umweltschädlicher Grundschleppnetze

Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat am Montagabend die Möglichkeit verstreichen lassen, ein deutliches Signal zum Schutz der Tiefsee zu senden.

„Es ist zwar gut, dass wir einen Kompromiss zur Tiefsee-Fischereiverordnung gefunden haben, um endlich mit den überfälligen Reformen beginnen zu können. Allerdings bleiben wir immer noch hinter unserem Ziel zurück, die Tiefseearten und –Ökosysteme endlich nachhaltig zu schützen“, bedauert die Fischereiexpertin der deutschen Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Ulrike RODUST.

Die Fischereitätigkeit der Europäischen Tiefseeflotte müsse dringend neu reguliert werden, um die Überfischung zahlreicher Tiefseebestände und die Zerstörung dieses empfindlichen Lebensraums zu beenden, erläutert Ulrike RODUST: „Der im Fischereiausschuss verabschiedete Kompromiss ist ein wichtiger erster Schritt, aber er lässt sich für die nötigen Reformen für meinen Geschmack zu viel Zeit: die meisten Tiefseearten sind noch anfälliger für Überfischung als andere Arten, da sie länger leben, langsamer wachsen, später geschlechtsreif werden und weniger Jungtiere hervorbringen. Hier drohen irreversible Schäden, wenn wir nicht schnell handeln."

Schnellstmöglich zu verbannen seien vor allem die derzeit eingesetzten Grundschleppnetze, die enorme Auswirkungen auf die empfindlichen Ökosysteme der Tiefsee hätten, betont die SPD-Fischereiexpertin. „Die Schäden die wir mit dieser Art der Fischerei anrichten, stehen in keinem Verhältnis zu dem erhofften Ertrag: Häufig ist Schleppnetzfischerei nicht einmal profitabel, nicht zuletzt wegen des immensen Spritverbrauchs“, erklärt Ulrike RODUST." Wenn wir es überhaupt wagen, in diesem immer noch nicht ausreichend erforschten Lebensraum Fischerei zuzulassen, dann muss das selektiver geschehen, das Vorsorgeprinzip beachtet werden und sicherstellt werden, dass die durch Fanggeräte verursachten Schäden an den empfindlichen Ökosystemen auf das absolute Minimum reduziert werden. Alles andere wäre unverantwortliches Fischen im Trüben“, so Ulrike RODUST.

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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